Aus dem Buch der Könige

Mittwoch, den 18.01.2017

Berlin. Zu jeder Stunde wie ein Morgen danach, die Ruhe nach und vor dem nächsten Sturm. Das Gefühl krabbelt an meinen Ohren herab bis in die Bauchhöhle und löst eine Leere aus. Wenn ich daran zurückdenke.

Ich steige ins Taxi, mein Onkel setzt sich hinter sein Steuer, es wackelt ein bisschen. Angeschnallt. Los. Geschmeidig fährt uns die Kutsche von Wilmersdorf nach Tempelhof-Schöneberg. Wir wollen mal wieder tiefsinnig plaudern und lecker essen. Dopamin + Dopamin. Draußen liegt wenig Schnee, die Straßenlaternen leuchten anders als Zuhause. Er fragt mich zwischen einem Bissen, wieso ich nicht glücklich schreiben kann. Es liest sich wie ein Vorwurf, doch es war keiner. Vielleicht nicht ein Mal eine wirkliche Frage, sondern eher rhetorisch. Ich schaue ihn an, zucke mit den Schultern und grinse, denn er hat Aioli im Bart. Wir essen zu Ende, fahren wieder, er erzählt mir von der blauen Stunde der Fotografie. Von seiner Wahrnehmung des Himmels, der Natur und irgendwie ist dabei dann alles ganz friedlich. Ich weiß, dass das Leben so viel zu bieten hat. Ich will diese ansteckende Euphorie nie verlieren, nie mehr am Glück zweifeln. Schlürfe den letzten Schluck meines amerikanischen Mixgetränks. Verabschieden uns, steige aus. Dreh mich noch mal zu ihm um, grinsen beide von einem Ohr zum Anderen, winken uns zu während er weiterfährt.

Ich lächle einfach, wenn ich glücklich bin.

 

*x

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