universitas

Freitag, 30. Dezember 2016

Ich hocke mich nie auf die Toiletten, weil ich mal gesehen habe wie Rotgeld auf dem Sitz lag, jeder könnte das in der Hand gehabt haben. Deswegen atme ich schwer, meine zittrigen Beinemuskeln lassen den Strahl tanzen. Die Sonne scheint durch die vielen kleinen Tröpfchen auf dem weißen Keramik: „Sollte ich wegwischen“, murmle ich halblaut.

Spüle, hinter mir lasse ich eine Universitätstoilette, die ich nicht so auffinden möchte. Packe meine Sachen unter die schlaffen Arme, schlurfende Schritte, ein Kick gegen die Tür. Dahinter fleissige Studies. Wenn ich cool wäre könnte mein Augenblick sagen, dass ich sensibel im Innern bin. Aber ich trage nur noch die Zornesfalte. Laufe an Fenstern vorbei, versuche mich jedes Mal zu erspähen, mir Schönheit und Anmut zuzuwerfen. Es prallt an der Scheibe ab und mein Spiegelbild bleibt fragend zurück.

Vorlesungen lesen vor und ich bin Zuhörer und höre zu. Sitze ständig auf Stühlen, deswegen baue ich keine Muskeln auf. Neuer Kaffee ist kalt und dunkler als die Sprenkel auf der Klobrille, denke ich, stehe auf, während die Anderen noch auf ihre Tischlein klopfen.

Im Rausch der Verlassenden der Tür, treibe ich wie ein toter Fisch, drei Tage in Folge nicht geduscht, stinke noch nicht. Männer und Frauen starren entweder auf mein fettiges Haare oder durch mich durch. Ich kann nicht genau sagen was mein Ziel ist. Hab mich ein bisschen verloren.

*x

 

 

 

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